Interview mit KSB-Präsident Henning Rühe

Weitere Unterstützung benötigt
Kreissporttag Interview mit dem Präsidenten des KreisSportBundes Harz, Henning Rühe

Der außerordentliche Kreissporttag liegt schon ein paar Wochen zurück. In dem Bericht des Präsidiums hat Henning Rühe vor allem die gesellschaftliche Bedeutung des Sports im Landkreis Harz unterstrichen und auf die Erfolge in den letzten zwölf Jahren verwiesen. Volksstimme-Redakteur Ingolf Geßler sprach mit dem Präsidenten des KreisSportBundes Harz.

Volksstimme: Seit Gründung des KSB Harz sind die Beiträge der Vereine an den KSB stabil geblieben. Wodurch konnte dieser Erfolg erreicht werden?

Henning Rühe: Der KSB Harz hat verlässliche Partner. Vor allem unser Hauptsponsor Harzsparkasse und der Landkreis Harz haben als Einrichtungen der öffentlichen Hand uns in der Vergangenheit, und ich denke auch in der Zukunft, gut unterstützt. Die gesellschaftliche Stellung des Sports wird damit gewürdigt. Als weicher Standortfaktor hat er für die Lebensqualität der Menschen im Harzkreis einen unschätzbaren Wert. Das wurde auch beim Rückkehrertag am 27. Dezember 2018 sehr deutlich.

Reicht allein die Unterstützung dieser beiden Partner aus?

Das muss ich verneinen. Wenn wir als KSB unseren öffentlichen Auftrag, die Sportvereine fachlich, organisatorisch und zum Teil finanziell anzuleiten beziehungsweise zu entlasten, in guter Qualität erfüllen wollen, dann brauchen wir weitere Unterstützung. Darum nehmen wir die Angebote von weiteren Partnern und Unterstützern des Sports gern an. Ich sehe darin sogar eine Pflicht, diese einzuwerben. Über 390 Vereine mit über 35 000 Mitgliedern wissen das überwiegend zu schätzen. Für den Sport benötigen wir jeden Euro. Das Präsidium geht mit gutem Beispiel voran. Die uns zustehende Ehrenamtspauschale von 720 Euro spenden wir dem KSB. Wir sind wirklich für die Ehre tätig, wie das im Sport üblich ist.

Auf welche weiteren Partner können Sie zählen?

Die Gespräche mit der IHK der der Harz AG haben deutlich gezeigt, dass die Wirtschaft die Partnerschaft mit dem Sport sehr wohl pflegt. Feste Sponsorenverträge gibt es mit der Hasseröder Brauerei und Blankenburger Wiesenquell. In Vorbereitung der Sportlerehrung haben schon 15 private und genossenschaftliche Unternehmen ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die Koba ist ein sehr wichtiger Kooperationspartner. Die langfristigen Initiativen der Harzer Volksbank, wie den Wettbewerb „Sterne des Sports“ und die jährliche Kostenübernahme der Ausbildung von 20 Übungsleitern im Fußball, entlasten die Vereine finanziell. Insgesamt haben wir ein Netzwerk zum gegenseitigen Nutzen aufgebaut. Es muss das Interesse aller sein, dies zu erhalten.

Welche Chancen sehen Sie?

Es wird nicht leichter, da die öffentlichen Kommunalhaushalte sehr angespannt sind und auch die Banken haben in der Niedrigzinsphase ihre Probleme. Hier heißt es immer wieder, die herausragende Stellung des Sports hervorzuheben. Der Sport in Organisation und Durchführung ist eine wesentliche Säule der Demokratie. Darum fordere ich immer wieder auf, dass engagierte Sportler im Wahljahr 2019 für die Ortschaftsräte, Gemeinderäte oder den Kreistag kandidieren. Auch ich werde noch einmal mit gutem Beispiel vorangehen. Die vergangenen zwölf Jahre haben gezeigt, dass mitzubestimmen kein Nachteil für den Sport ist.